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Bereits zum fünften Mal findet im November die KI-Woche des Landesbeauftragten statt. Wir fragen in diesem Jahr: „Auf welche Frage ist KI die Antwort?“

Über AI Companions und ihr Versprechen zuzuhören, diskutieren wir mit dem Regisseur Florian Karner und zeigen seinen Dokumentarfilm „Finding Connection“. Mit Michael Blume und Wolfgang Ullrich geraten Social Media, Fakes und autoritäre Bildpolitik, befeuert durch KI, in unseren Blick. Wie können wir den digitalen Raum als offenen, pluralen und fairen Ort für die freie Meinungsbildung verteidigen? Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung: Wie man sie sinnvoll und rechtssicher nutzen kann, diskutieren wir u.a. mit Georg Borges. Aus dem europäischen Parlament berichtet Ralf Bendrath über den Reformprozess in der digitalen Gesetzgebung, und Max von Grafenstein wirft einen Blick auf das Team DSGVO und Innovation. Und wie in den letzten Jahren sind wieder Workshops geplant, in welchen LfDI-Referent_innen hands-on Praxistipps zur rechtssicheren KI-Anwendung geben.

Die Teilnahme zur Veranstaltung ist kostenfrei. Sie findet online sowie vor Ort in Bahnhofsnähe im GENO-Haus, Heilbronner Straße 41 – und in unmittelbarer Nähe zu unserer neuen Dienststelle statt. Wenn Sie vor Ort teilnehmen möchten, bitten wie Sie sich anzumelden.

Für die Anfahrt*: Das GENO-Haus und die Dienststelle des LfDI auf Open Street Map (OSM)

* Weitere Infos (ÖPNV, Parkmöglichkeiten usw.): Das GENO-Haus (Heilbronner Straße 41 = roter Zielpunkt in der OSM-Karte) liegt direkt neben der Dienststelle des Landesbeauftragten (Heilbronner Straße 35 = grüner Startpunkt in der OSM-Karte). Daher gilt unsere übliche Anfahrtsbeschreibung mit allen Informationen auch hier.

Anmeldung zur Teilnahme vor Ort in Stuttgart

Montag, 2.11.  – Eröffnung; Europa, Innovation, Workshops und KI-Begleiter

13:00 Uhr // nur vor Ort // Begrüßung / Workshops 

#Workshops

14:30 Uhr // Pause // Kaffee // Kuchen

15:00 Uhr // vor Ort // online //

Tobias Keber: Begrüßung und Einführung: KI-Woche 2026: Auf welche Frage ist KI die Antwort?

Ralf Bendrath: Keynote  zur Person

Keynote Max von Grafenstein: Keynote zur Person

anschl. Gespräch: Wie kann Europa als größter Markt der Welt selbstbewusst handeln? (AT)

 

17:30 Uhr // Pause // Fingerfood

18:00 Uhr // nur vor Ort // Film: „Finding Connection“ (D 2026, 89 Min.);
anschließend Gespräch mit Regisseur Florian Karner zur Person und Pfarrer Christoph Kiworr zur Person

Über Finding Connection:

In der digitalen Welt, in der wir leben, wird echte Nähe zur Seltenheit. ‚Finding Connection‘ erzählt von Menschen, die auf der Suche nach vertrauensvollen Beziehungen und emotionaler Verbundenheit sind. Dabei finden sie paradoxerweise Halt in den Algorithmen von KI-Systemen. Die intimen Gespräche zwischen Mensch und Maschine werfen eine Vielzahl fundamentaler Fragen auf, die weit über den Abspann hinauswirken. Dabei ist die Perspektive des Film erfrischend unvoreingenommen.

Weltpremiere bei CPH:DOX 2026

Deutschlandpremiere beim DOK.fest München 2026

Gewinner DOK Preview Germany Award 2025 beim DOK Leipzig

20:15 Uhr // Get together //

 

Dienstag, 3.11. – KI und Justiz, Social Media und autoritäre Bildpolitik

10:00 Uhr // Ankommen // Kaffee 

10:45 Uhr // vor Ort // online //
Tobias Keber: Begrüßung und Einführung in den Tag 

11:00 Uhr // vor Ort // online //
Georg Borges: Keynote: KI in der Justiz
zur Person

12:00 Uhr // Mittagspause // gemeinsames Essen // Gespräche

13:30 Uhr // vor Ort // online //

Silja Vöneky: Keynote zur Person

anschl. Gespräch: Wie passen Technik und Recht zusammen? Georg Borges, Silja Vöneky, Thomas Hentschel MdL zur Person

15:00 Uhr // Kaffeepause

15:30 Uhr // vor Ort // online //

Wolfgang Ullrich: Memokratie: Social Media, Fakes und autoritäre Bildpolitik zur Person

Michael Blume: Wie verstärkt KI Antisemitismus in Netz? zur Person

anschl. Gespräch: Wie gehen wir mit autoritärer Bildpolitik um?

18:00 Uhr // Ausklang

Zu den Personen

↑↑ Ralf Bendrath

Portrait von Rald Bendrath

Ralf Bendrath (Foto: privat)

Ralf Bendrath ist Politikwissenschaftler und arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren zu Themen der Technologie-, Friedens- und Sicherheitspolitik. Seit November 2018 ist Bendrath Fraktionsreferent der Fraktion Grüne/EFA im Europäischen Parlament für den Innen- und Justizausschuss. Schwerpunkte sind weiterhin Datenschutz und Digitales, Überwachung, Bürgerrechte und Sicherheit, sowie polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit. Zuvor war Bendrath auch wissenschaftlicher Mitarbeiter des Europaabgeordneten Jan Philipp Albrecht. Seine Schwerpunkte der Arbeit im Innen- und Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments waren Datenschutz, Überwachung und digitale Bürgerrechte. Bendrath war zentral an den Verhandlungen über die EU-Datenschutzgrundverordnung beteiligt, da Jan Philipp Albrecht der Verhandlungsführer des Europäischen Parlaments war. Der preisgekrönte Film „Democracy – Im Rausch der Daten“ dokumentiert diese Arbeit.

Kontakt und weitere Informationen: https://ralf-bendrath.eu/

 

↑↑ Maximilian von Grafenstein

Maximilian von Grafenstein (Foto: UdK)

Prof. Dr. Max von Grafenstein, LL.M., ist Professor für Digitale Selbstbestimmung am Einstein Center Digital Future (Universität der Künste Berlin). Zuvor baute er am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft die HIIG Startup Law Clinic auf und leitete das Forschungsprogramm „Governance datengetriebener Innovation und Cybersicherheit“.

Sein Schwerpunkt liegt auf der interdisziplinären rechtswissenschaftlichen Innovationsforschung. Für die praktische Umsetzung seiner Forschungsergebnisse arbeitet er zudem als Rechtsanwalt und leitet die akademische Ausgründung Law & Innovation, die technische Forschungsdemonstratoren entwickelt.

 

 

↑↑ Florian Karner

Florian Karner (Foto: Tomas Kozohorsky)

Florian Karner ist Dokumentarfilmregisseur mit Ausbildung an der Filmakademie Baden-Württemberg. Seine Arbeit konzentriert sich auf intime, charaktergetriebene Geschichten an der Schnittstelle von Psychologie und Gesellschaftskritik. Seine Filme erforschen grundlegende menschliche Bedürfnisse – wie Verbundenheit, Sicherheit und Anerkennung – und untersuchen, wie diese von gegenwärtigen gesellschaftlichen Strukturen geprägt und beschnitten werden.

Seine Arbeiten wurden auf internationalen Festivals gezeigt, darunter FIPADOC, FIDBA Buenos Aires, Filmkunstfest MV und dokumentART, wo er mit dem Student Jury Award ausgezeichnet wurde. Sein mittellanger Dokumentarfilm “Alles Optimiert” lief im Wettbewerb bei den Internationalen Hofer Filmtagen. “Finding Connection” ist sein erster abendfüllender Dokumentarfilm und feiert die Weltpremiere beim renommierten CPH:DOX Festival.

 

↑↑  Christoph Kiworr

Christoph Kiworr (Foto: privat)

Seit 2017 ist Christoph Kiworr Pfarrer und Seelsorger der Evangelischen Maria-Magdalena-Gemeinde im Nachbarschaftsraum Mitte. Kiworr engagiert sich stark für eine Kirche, die nah am Alltag der Menschen ist und unterstützt neue Formen von Gemeinschaft, Gottesdienst und sozialraumorientierten Projekten – sei es in der Cafédrale oder mit unserem mobilen Coffee Bike, in der Wohnzimmerkirche oder bei der Kirche Kunterbunt für Familien. Sein Weg ins Pfarramt führte Christoph Kiworr über Mainz, Marburg, Beirut und London sowie in den Pfarrdienst im ländlichen Rheinhessen. Zudem lies er sich fortbilden zum Kirchenpionier und absolvierte eine Coaching-Ausbildung. Seit 2026 ist Christoph Kiworr zusätzlich im Dekanat Nassauer Land im Bereich spirituelle Innovation und Lebensbegleitung tätig.

Neben der Gemeindearbeit gehört Christoph Kiworr der Dreizehnten Synode der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau an, ist assoziiertes Mitglied der Iona Community und fühlt sich churchconvention verbunden.

 

↑↑  Georg Borges

Georg Borges (Foto: privat)

Professor Dr. Georg Borges leitet das Institut für Rechtsinformatik an der Universität des Saarlandes und ist Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Rechtsinformatik, deutsches und internationales Wirtschaftsrecht sowie Rechtstheorie. Er war zudem Richter am Oberlandesgericht Hamm.

Prof. Dr. Georg Borges ist einer der führenden Experten im Bereich des IT-Rechts und der Rechtsinformatik mit Forschungsschwerpunkten in Rechtsfragen der Künstlichen Intelligenz, des Datenschutzes sowie Big Data und Industrie 4.0.

 

 

↑↑  Silja Vöneky

Silja Vönecky (Foto: Harald Neumann/Uni Freiburg)

Prof. Dr. Silja Vöneky ist Direktorin des Instituts für Deutsches, Europäisches und Internationales Öffentliches Recht, Professorin für Völkerrecht, Rechtsethik und Rechtsvergleichung und assoziiertes Mitglied des Instituts für Staatswissenschaft und Rechtsphilosophie an der Universität Freiburg. Seit Juli 2024 ist sie zudem im Nebenamt Richterin des Verfassungsgerichtshof Baden-Württemberg. Von Oktober 2019 bis Oktober 2021 war sie Prodekanin der Freiburger Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Seit 2011 ist Silja Vöneky Inhaberin des Lehrstuhls für Völkerrecht und Rechtsvergleichung an der Universität Freiburg i.Br. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im internationalen Recht und der Rechtsethik, insbesondere im Bereich der Menschenrechte, des Innovations- und Wissenschaftsrechts, des Umwelt- und Seevölkerrechts, des Humanitären Völkerrechts und Sicherheitsrechts und der Ethisierung des Rechts. Sie forscht unter anderem im Bereich der verantwortlichen KI und adaptiven Governance von neuen Technologien (u.a. in dem Forschungsprojekt ReScale). In den Jahren 2015 und 2016 war Silja Vöneky Fellow der Harvard Law School: Human Rights Program und von 2018-2022 war sie Fellow der interdisziplinären Forschungsgruppe Verantwortliche Künstliche Intelligenz am FRIAS. Seit Januar 2019 ist sie Mitglied des Freiburger CIBSS Exzellenzclusters für rechtliche und rechtsethische Fragen der Biotechnologie.

 

↑↑ Thomas Hentschel MdL

Thomas Hentschel MdL (Foto: Jochen Detscher)

Thomas Hentschel MdL (Bündnis 90/Die Grünen) engagiert sich seit dem Jahr 2009 in den Kommunal-, Landtags- und Bundestagswahlkämpfen im Kreisverband Baden-Baden/Rastatt, deren Sprecher er seit 2013 ist. Im Jahr 2014 wurde der Volljurist in den Gemeinderat von Gernsbach gewählt. Seit dem Jahr 2016 ist Thomas Hentschel Landtagsabgeordneter. Im 18 Landtag von Baden-Württemberg ist Thomas Hentschel Mitglied im Ausschuss für Verkehr (stellvertretender Ausschussvorsitzender) und Sprecher für E-Mobilität und stell. Er ist zudem Mitglied im Ständigen Ausschuss, dort justizpolitischer Sprecher.

 

 

↑↑ Wolfgang Ullrich

Wolfgang Ullrich (Foto: privat)

Wolfgang Ullrich, geboren 1967 in München, studierte dort ab 1986 Philosophie, Kunstgeschichte, Logik/Wissenschaftstheorie und Germanistik. 1994 promovierte er mit einer Dissertation über das Spätwerk und Ereignis-Denken Martin Heideggers. Neben Lehraufträgen an verschiedenen Hochschulen war er von 1997–2003 als Assistent am Institut für Kunstgeschichte der Akademie der Bildenden Künste in München, 2003/04 war er Gastprofessor für Kunsttheorie an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Seine Professur für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, die er seit 2006 innehatte, legte er 2015 nieder. Seither lebt er als freier Autor in Leipzig. Zahlreiche Publikationen, insbesondere zur Geschichte und Kritik des Kunstbegriffs, über moderne Bildwelten sowie Wohlstandsphänomene. Er ist Mitherausgeber der Reihe DIGITALE BILDKULTUREN.

Wolfgang Ullrich: Memokratie. Soziale Medien und autoritäre Bildpolitik, 12. März 2026: https://www.wagenbach.de/buecher/titel/memokratie.html

Über Memokratie:

Regierungsbehörden verbreiten KI-Bilder von migrantenfressenden Alligatoren, Trolle fluten das Netz mit zynischen Memes, Trump als Immobilienmogul in „Gaza-Riviera“: Steuern wir auf eine Memokratie zu, in der autoritäre Politik über Internethumor bagatellisiert und zugleich durchgesetzt wird?

Memes in den Sozialen Medien sind meist provokant, lustig durch Grenzverletzung, so improvisiert wie prägnant, überspitzt und oft vorurteilsbeladen.

Schon im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 wurde deutlich, dass rechte Politik mit Memes nicht nur schrill verpackt wird. Spätestens seit der zweiten Amtszeit des „Shitposter-in-Chief“ Donald Trump ist klar: Aggressiver Internethumor, Deep Fakes und KI-Bilder auf offiziellen Accounts werden als effektives Machtinstrument genutzt. Memes dienen der Feindbildproduktion, als Stimmungsbarometer für Themen und Narrative sowie als pseudo-harmloses Mittel zur Polarisierung demokratischer Diskurse.

Wolfgang Ullrich diagnostiziert eine neue illiberale Regierungsform: die Memokratie. In ihr herrscht, wer die Plattformen dominiert – oder gleich besitzt. Anhand zahlreicher Beispiele untersucht er Strategien autoritärer Bildpolitik in den USA, aber auch bei europäischen Identitären oder in China. Und Ullrich analysiert, warum es demokratischen Kräften so schwerfällt, diesem enthemmten Bildgebrauch etwas entgegenzusetzen.

 

↑↑  Michael Blume

Michael Blume (Staatsministerium BW/Ilkay Karakurt)

Dr. Michael Blume ist Religions- und Politikwissenschaftler und Beauftragter der Landesregierung gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben. Er arbeitet seit 2003 im Staatsministerium Baden-Württemberg und leitete von März 2015 bis Juli 2016 die Projektgruppe „Sonderkontingent für besonderes schutzbedürftige Frauen und Kinder aus dem Nordirak“. Seit März 2020 klärt er in seinem regelmäßigen Podcast „Verschwörungsfragen“ über verschiedene Aspekte der Themen Antisemitismus und Verschwörungsmythen auf. Michael Blume ist evangelischer Christ und Ehemann in einer christlich-islamischen Familie mit drei Kindern.

 

 

Programm: Simone Markovic, Dr. Peter Nägele


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