Online-Plattformen und ihre Mechanismen zur Verwertung unserer persönlichen Daten stellen zunehmend eine Herausforderung für den Datenschutz dar. Doch in letzter Zeit tut sich was, alternative Angebote (mit offener dezentraler Infrastruktur und ohne gewerbliche Absichten) entstehen; und die EU bringt einen Plan auf den Weg, der Regeln für die großen Plattformen vorsieht: den Digital Services Act. So etwas wie eine „Anschnallpflicht“ für die Anbieter soll es im Netz geben – wird das Internet jetzt etwa „erwachsen“? Wird es wieder zu dem, wie es sich am Anfang verstand: bunt, vielfältig und partizipativ, mit einem gewaltigen Freiheitsversprechen?

Fast zeitgleich geht Twitter an Elon Musk (der die „Meinungsfreiheit“ durch Selbstregulierung der Plattform in Gefahr sieht; naja, seine Meinungsfreiheit). Fast zeitgleich wechseln viele User ins populär werdende „fediverse“, den nicht auf Ausbeutung von Aufmerksamkeit und persönlichen Daten ausgerichteten Gegenentwurf zum „Überwachungskapitalismus“.

Eines der Themen rund um Digital Services Act: das sogenannte aufmerksamkeitsbasierte Ranking von Inhalten, die uns auf den Sozialen Netzwerken und in vielen Suchmaschinen umspülen: Nachrichten, zugeschnitten auf die eigene Meinung, das eigene (statistisch aus unseren Datenspuren ermittelte) Milieu. Zum Dauerklicken taucht aus dem World Wide Web auf, was uns gefällt, was uns bestätigt, was uns emotionalisiert – und, das haben Medienwissenschaftler*innen herausgefunden, was uns in der Tendenz radikalisiert. Die „eigene“ Blase scheint so die ganze Welt zu sein: kugelförmig, das eigene Spiegelbild in unerschöpflichen Echos zurückspielend – aber eben auch: ziemlich klein. Andere Standpunkte aushalten? Fehlanzeige. Andere (Körper-)Bilder? Ebenfalls. Zwischentöne haben es ohnehin schwer: Daumen rauf, Daumen runter. Nix dazwischen.

Anders geht es in der Kunst: Deren Kapital liegt in Mehrdeutigkeiten und ihrer Ambivalenz.

Florian Mehnert, der Schöpfer der Lichtinstallation Data to light in den Räumen des LfDI, hat zu unserem Slogan „Out of bubble experience“ eine Grafik gemacht, die wir Euch hier zum Download anbieten möchten – als Sticker verwendbar, z. B. als no logo für den Laptop und mehr.

„Out of bubble experience“ 01 zum Download
„Out of bubble experience“ 02 zum Download

Seeehr ambivalent: Ob der (Problem)BÄR Aufsichtsbehörde hier tanzt? Ob er eine Yoga-Übung macht – Motto: Gelassenheit schadet nie – und wir ihn gerade bei einer eigentlichen „Out of body experience“ antreffen? Ob er wohl gelegentlich zu balancieren hat? Oder einfach nur rausgetreten ist aus seiner Bubble? Wie Ihr die Grafik auch interpretiert: Wechselt die Brille, tretet ins Freie, tanzt pfeifend auf der bubble – der eigenen bubble wohlgemerkt. Und – so wie es der LfDI Baden-WürttemBÄRg (autsch!) bereits tat: Geht mit zu Mastadon! Die neuen digitalen Möglichkeiten laden zum Ausprobieren ein!

 

Wer möchte, kann die Sticker-Motive runterladen, drucken und verwenden. Wer möchte, dem schicken wir die Sticker – so lange der Vorrat reicht. Hierzu bitten wir um eine Mail (poststelle @lfdi.bwl.de). Für Rückfragen erreichen Sie uns unter der Telefonnummer 0711/615541-23 und per E-Mail: pressestelle@lfdi.bwl.de

Weitere Informationen zu Datenschutz und Informationsfreiheit finden Sie im Internet unter www.baden-wuerttemberg.datenschutz.de oder unter www.datenschutz.de.